Noch einmal schlafen und dann beginnt sie… die schlaflose Zeit. Vier Tage, vier Nächte. Laute Musik, verrrückte Menschen und eine fantastische Location. Das Melt! Festival ist ein besonderes Festival und nicht vergleichbar mit einem anderen Festival. Es ist viel mehr. Die Stimmung ist einzigartig. Ich freue mich jetzt quasi seit einem Jahr auf dieses Festival. Seit im letzten Jahr die Lichter in der Stadt aus Eisen ausgeschaltet wurden, freue ich mich auf’s Melt 2010! Morgen ist es soweit. Erst der Audiolith Pferdemarkt im Intro-Zelt und dann 3 Tage halligalli auf allen 4 Bühnen in Ferropolis der Stadt aus Eisen. Ich freu mich. Ich bin hibbelig.

Ach so. Für mainstage.de werde ich vom Melt! twittern …
Ich bin begeistert! Oxford! Die kleine Stadt, die musikalisch so weit vorne liegt. Die Foals, die Youthmovies und die Young Knives. Musik, die mich immer wieder umhaut. Ja, ich weiß, auch Radiohead kommen aus Oxford. Ist aber nicht ganz so wichtig gerade. Hier soll es jetzt um einen weiteren Musiker gehen, der gerade dabei ist, großartiges zu schaffen. Pet Moon. Dahinter steckt kein geringerer als Andrew Mears. Sowohl Gründungsmitglied der Foals als auch Sänger der sagenhaften Youthmovies. Bei den Foals ist er ausgestiegen und die Youthmovies haben sich aufgelöst.

Andrew Mears schlägt sich jetzt als Pet Moon allein durch. Bisher kann man sich auf seiner MySpace-Seite nur drei wundervolle Demo-Songs anhören. Frickelig, eigensinnig, melancholisch, elektronisch und doch so echt. Irgendwie auch sehr spannend. So kennen wir Andrew Mears bisher nicht. Das was da gerade in Oxford entsteht kann groß werden. Er begeistert schon jetzt mit diesen Demosongs auf beeindruckende Art und Weise. Gerade ist er mit dem Youthmovies Produzenten Ant Theaker im Studio um sein Soloalbum einzuspielen. Ich bin sehr gespannt. Ein Releasedate gibt es noch nicht.
Die Musikszene in Oxford war unscheinbar. Jetzt, nachdem die Foals duch die Decke gingen und auch die Youthmovies große Erfolge feierten, versucht es Andrew Mears als Pet Moon solo. Voll gut.
Uberkid: das sind fünf Jungs aus Berlin und Hannover, die mit anständiger Gitarrenmusik überzeugen. 2008 machte die Band mit ihrer Self-Titled EP zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Jetzt, zweineinhalb Jahre nach der Bandgründung, steht “They Hate Us In New York City“, das Debütalbum von Uberkid in den Plattenläden. 12 frische Tracks, die unglaublich nach vorne gehen. Wer gedacht hat, dass die Zeiten der Post-Hardcore/Screamo-Bands vorbei sind, der wird hier 40 Minuten lang vom Gegenteil überzeugt.
Zuerst sticht das überaus hübsche Artwork ins Auge. Der erste Gedanke dazu: das muss eine dieser neuen jungen Emo-Bands sein. Nicht ganz, denn schon noch wenigen Sekunden ist klar, dass es hier um viel mehr geht und sich keineswegs um das Album einer Emo-Band handelt. Uberkid präsentiren auf “They Hate Us In New York City“ allerfreinste Punk-Screamo-Klänge, die durch melodische Riffs und schlaue Texte überzeugen.
Viele Bands wollen mit ihrem Debütalbum auf Nummer sicher gehen. Songs produzieren, die ganz sicher eine große Masse ansprechen, damit der Erfolgt garantiert ist. Uberkid sind anders. Sie trauen sich viel, sie sind mutig und sie stechen damit zwischen den vielen anderen Post-Hardcore/Screamo-Bands. Auf “They Hate Us In New York City“ überzeugt der eine Song noch durch ein radiotauglichen Beat und ist fast schon ein wenig Indie, da gibt es wenige Sekunden später schon das volle Screamoprogramm, wenn Sänger Florian sich mit seiner rauen Stimme die Seele aus dem Leib schreit. Eingängige Lyrics treffen scheppernde Beats und melodische Gitarren.
Sie geben mächtig Gas und ziehen ihr eigenes Ding durch. Was gerade angesagt ist scheint egal zu sein und das ist gut so. Die Jungs von Uberkind schrecken nicht davor zurück, melodischen Indie-Gitarren mit energischen Screamparts zu vereinen und selbst mit eher untypische elektronischen Elementen wurde experimentiert. Das alles zusammen macht “They Hate Us In New York City“ zu einem überzeugenden, abwechslungsreichen Debüt, das frisch, frech und vor allem schnell ist.
“They Hate Us In New York City” von Uberkid ist am 04.06.2010 via STF-Records erschienen.
Artikel geschrieben für mainstage.de.
Es passiert sehr oft: eine erfolgreiche Band ist am Höhepunkt ihrer Karriere angekommen, löst sich auf und ein Teil der Band gründet eine neue Band. So auch hier: Boysetsfire trennten sich 2007, noch im gleichen Jahr gründete Sänger Nathan Gray zusammen mit Gitarrist Joshua Latshaw The Casting Out. Joshua verließ aus gesundheitlichen Gründen die Band. Nathan machte weiter und tourte mit “Go Crazy! Throw Fireworks!” durch Amerika und Europa. Jetzt waren The Casting Out gerade mit dem zweiten Album in Europa unterwegs. Wir haben uns das Album angehört und sind tatsächlich erfreut darüber, dass die Band einen kleinen Schritt zurück geht.
Manchmal ist gar nicht so schlecht, wenn eine Band den Rückwärtsgang einlegt. The Casting Out haben uns mit “Go Crazy! Throw Fireworks!” 2009 ein perfekt durchproduziertes Album präsentiert, dass sich irgendwo zwischen Punk und Pop bewegt. Mehr Pop als Punk. Auf dem neuen, selbstbetitelten Album, klingt alles deutlich rotziger und rauer. 12 Songs, die einmal mehr zeigen, dass bei The Casting Out der Spaß an erster Stelle steht. Der größte Unterschied zum Vorgänger: die neuen Songs sind schneller und punkiger und – ganz wichtig – Nathan zeigt, dass er das Schreien nicht verlernt hat. Es ist klar, The Casting Out profitieren gerade hier in Deutschland nach wie vor von ihrem Boysetsfire-Bonus. Tatsächlich geht es musikalisch teilweise wieder zurück zu Boysetsfire, aber eben auch nur teilweise.
Hört man sich “Heaven Knows” an, denkt man erst an einen schnellen Punksong. Nichts Besonderes. Nach einem kurzen Break wird man vom Gegenteil überzeugt, denn da sind sie wieder, die scheppernden Riffs und auch Nathan zeigt, dass er noch gerne schreit. Ähnliches hören wir bei “Let It Bleed“, dem zweiten Song. Die raue Stimme von Nathan geht perfekt mit den melodischen Gitarren zusammen.
Songs wie “The Power And The Glory“, “Before We Die“, “Wait” und “Headfirst” überzeugen durch eingängige Melodien und die Einfacheit guter Punksongs. Sie geben Gas, nicht nur auf dem Album, auch live. Man merkt der Band an, dass sie große Lust und vor allem eine Menge Spaß haben, mit voller Energie die neuen Songs zu präsentieren.
Boysetsfire sind Geschichte und wir haben jetzt The Casting Out. Weniger ernst, mehr zum Spaß und doch so gut wie einst Boysetsfire. Mit dem zweiten Album zeigt Nathan, dass er’s nicht verlent hat und The Casting Out auch nach dem Ausstieg von Joshua Latshaw und Chris Rakus überzeugen. Es macht nicht nur Spaß, The Casting Out live zu sehen. Das 36-müntige dreckige Punk-Album, dass mitten ins Gesicht geht, macht genauso viel Spaß.
“The Casting Out – Self-Titled” erscheint am 11. Juni via Eyeball Records
Artikel geschrieben für mainstage.de.












Zuletzt waren es unglaublich anspruchsvolle, verwirrende Texte, komplexe Melodien und perfekte Liveauftritte, mit denen Rasmus Kellerman überzeugte. Er kam mit “A Partial Print” an dem Punkt an, an dem er für Tiger Lou alles gegeben hatte, was möglich war. Tiger Lou haben sich für eine Pause entschieden, Rasmus für eine Solokarriere. Mit “The 24th” versucht der Schwede jetzt durch weniger wirre Kurgeschichten aus seinem Leben, eingängige Melodien und seiner gewohnt gefühlvollen Stimme zu überzeugen. Auf “The 24th” befinden sich wohl die persönlichsten und emotionalsten Songs, die Rasmus Kellerman je geschrieben hat.

Erinnerungen aus Rasmus’ Vergangenheit stehen auf der ersten Album, das er unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht, im Vordergrund. 10 Jahre hat dieser Schritt gedauert. Der Schritt, ein Album zu veröffentlichen, dass persönlicher und gefühlvoller nicht sein kann. Während der letzten Tiger Lou Tour, als er in Köln seit sehr langer Zeit für einen Song allein auf der Bühne stand, wurde Rasmus Kellerman klar, dass er wieder allein mit seiner Gitarre auf Tour gehen möchte. Ohne Band, ohne große Vorbereitung, einfach nur er und seine Gitarre. Im letzten Sommer entstand mit “The Greatness & Me” dann der erste Songs für “The 24th“. Die Reise durch die Vergangenheit hatte somit einen Anfang gefunden. Es folgten 10 weitere Songs, die es am Ende auf das am 21. Mai via Startracks erscheinende Album geschafft haben.
“Mein Ziel war es, Songs zu schreiben, die mir etwas bedeuten. Der Hauptgedanke hinter “The 24th” war, ein zugängliches Album zu machen, dass sehr persönlich ist. Persönlicher als alles was ich zuvor gemacht habe.”
Das Ziel hat der Schwede nicht nur durch die Kinderheitserinnerungen, über die er auf “The 24th” singt, erreicht. Liebe, das Älterwerden und die Erfahrungen, die Rasmus in den letzten 30 Jahren eben damit gemacht hat, stehen im Mittelpunkt. Er überzeugt vor allem durch seine emotionale und ausdrucksstarke Stimme, die den sehr ruhigen Songs eine wunderschöne Melancholie geben. Vergessen sind die komplexen Songs vom letzten Tiger Lou Album. Rasmus Kellerman geht auf “The 24th” einen anderen Weg. Ein Weg durch die vergangenen 30 Jahre eines Mannes, der viele Träume hat, der Steine aus dem Weg räumen muss, um am Ende dann doch zu sich und seinen Träumen zurückzufindet.
Begleitet wird er überwiegend von einer akustischen Gitarre. Mit “Now Hush” und “Where Do We Go At Night” befinden sich gerade mal zwei Songs auf dem Album, die so auch als Tiger Lou Songs durchgehen könnten. Songs wie “Something To Build Upon“, “A House By The Ocean” und “Parting Wishes” sind auf das Wichtigste reduziert und kommen mit wenigen Instrumenten aus. Weniger ist mehr. Wenn es mal mehr ist, dann verleiht das Zusammenspiel des Pianos und der akustischen Gitarre vielen Songs eine spezielle Stimmung, die dazu beiträgt, dass es “The 24th” trotz der Einfachheit an nichts fehlt.
“Alles sollte sehr einfach sein. Es sollte ein reines Acoustic-Album werden. Nur meine Stimme und die Gitarre. Nicht mehr und nicht weniger. Am Ende war es aber einfach zu hart, ein reines Acoustic-Album zu machen. Wenn ich drüber nachdenken, könnten vielleicht Songs wie “Now Hush” oder “Where Do You Go At Night” so auch auf einem Tiger Lou Album vertreten sein.”
“The 24th“, der Opener, wird durch eine wunderschöne Melodie begleitet und überzeugt zum Ende hin durch Rasmus’ energischen Gesang. Hört man genauer hin, bemerkt man schnell, dass die Songs zwar sehr ruhig sind, aber keineswegs traurig. Er singt mehr über die schönen Dinge, die er durchlebt hat und die ihn bewegt haben. Rasmus Kellerman nimmt uns mit seinem Soloalbum mit auf eine Reise durch seine ganz persönliches Welt. Es ist eine leise Welt, über die er mal sehr zurückhaltend singt, mal sehr impulsiv aber irgendwie doch immer sehr ruhig.
“The 24th” von Rasmus Kellerman erscheint am 21.05.2010 via Startracks
Rasmus Kellerman wird in der kommenden Woche sein erstes Soloalbum veröffentlichen. Über die Entstehung von “The 24th” haben wir bereits im März berichtet. Mit Tiger Lou nahm er drei Alben auf, als Araki verölffentlichte er ein elektronisches Album, mit seine Frau Andrea (Firefox AK) nahm er als Las Puertas eine schrammelige Rock-Platte auf und jetzt ist es endlich soweit: das Soloalbum steht in den Startlöchern. Wir haben Rasmus vor seinem Umzug nach Stockholm in einem kleinen Café in Berlin getroffen, um mit ihm über seine Zeit in Berlin, die Musikindustrie und über sein neues Album zu sprechen.
Bald wirst du wieder nach Stockholm ziehen. In deine Blog hast du geschrieben, dass du zum ersten Mal in deinem Leben eine Wohnung gekauft hast. Freust du dich?
Ja, ich freue mich sehr auf Stockholm. Andrea, meine Frau, hat die Wohnung bisher noch gar nicht gesehen. Ich war alleine in Stockholm und habe die Wohnung ausgesucht. Es fühlt sich sehr gut an, wieder zurück nach Stockholm zu gehen. Stockholm ist mein Zuhause. Ich bin dort geboren und immer wenn ich nicht in Stockholm war, habe ich mich immer sehr auf die Rückkehr gefreut. Wir hatten dort aber nie unsere eigene Wohnung. Im Mai wird sich das ändern
Du hast in London und Berlin gelebt, richtig?
Genau. Andrea und ich waren schon mal für einige Monate in Berlin, danach waren wir wieder in Stockholm und haben uns dann dazu entschieden für eine längere Zeit in Berlin zu leben. Auch in London haben wir gelebt, das stimmt. Wir waren immer unterwegs. Es fühlt sich jetzt sehr gut an, endlich ein richtiges Zuhause in Stockholm gefunden zu haben und nicht mehr in den Wohnungen von Freunden zu leben. Mein Herz ist schon schon immer in Stockholm und ich freue mich sehr auf alles, was in Stockholm auf mich und Andrea zukommt.
Haben dich die verschiedenen Orte, in denen du gelebt hast, als Künstler geprägt?
Ich glaube nicht, dass es eine so große Rolle spielt wo du lebst. Mit sicherheit würde die Musik, die ich in Berlin gemacht habe nicht anders klingen, wenn ich sie an einem anderen Ort gescherieben hätte. Es ist eher das, was man erlebt und nicht der bestimmte Ort. Dinge, die man nicht jeden Tag erlebt und Chancen, die man nicht jeden Tag bekommt spielen eine sehr große Rolle, finde ich. Unser Hauptaugenmerk nach dem Umzug von Stockholm nach Berlin lag ganz klar auf der Musik. Meine Frau hat auch viele Songs für ihr neues Album geschrieben. Mit den Songs wird sie in Stockholm dann ins Studio gehen und hoffentlich in diesem Jahr noch ein Album veröffentlichen. Weiterlesen »
Jamie Lidell überrascht immer wieder. War “Jim” noch sehr glatt und perfekt durchproduziert, überzeugt “Compass“, sein mittlerweile viertes Album, durch Ecken und Kanten. Experementieren stand bei der Produktion wohl weit oben auf der Todo-Liste. Unterstützt wurde er dabei nicht nur von dem großartigen Beck, der ihm als Produzent zur Seite stand. Jamie Lidell hat sich weitere namenhafte Künstler ins Boot geholt. So musiziert er auf “Compass” mit Feist, Gonzales, Chris Taylor von Grizzly Bear und Pat Sansone von Wilco. Herausgekommen ist ein sehr facettenreiches Album, dass in keine Schublade passt. Jamie, wie man ihn kennt, nur noch ein bisschen mehr.
Er improvisiert wie kein anderer, er kombiniert Genres, von denen keiner denkt, dass sie auf einen Nenner kommen und er wirkt dabei ganz gerne etwas durchgeknallt. Das alles und vermutlich noch viel mehr macht Jamie Lidell zu einem sympathischen Ausnahmekünstler, ohnen den die Welt der Töne vermutlich deutlich langweiliger wäre. Mit “Compass” zeigt er erneut, dass man bei ihm mit allem rechnen kann. Das fängt schon bei seinem Produzenten an. Wer hätte gedacht, dass Jamie Lidell zusammen mit Beck ins Studio geht? Wohl die Wenigsten.
Nach dem ersten Durchlauf überwiegt die große Verwirrung, denn auch wenn man mit einer Veränderung gerechnet hat, hat man nicht damit gerechnet, dass “Compass” ein derart vielseitiges Album wird. Zusammen mit seinen Gastmusikern holt Jamie alles raus. Es werden poppige Melodien mit funkigen Disco-Beats vereint und auch die gewohnten Soulnummern finden wir auf “Compass“. Mit dem Unterschied, dass alles etwas mutiger wirkt. Die Refrains sind nach wir vor unglaublich eingängig, aber die verzerrte Gitarre (“You Are Walking“) und die ungewohnten Folkklänge (“Compass“) sind genauso neu wie das fast schon etwas übertriebene experimentieren seltsamer Geräusche und elektronischer Elemente (“I Wanna Be Your Telephone“)
Am Ende schafft er es dann tatsächlich doch, aus den unterschiedlichstenen Elemente, das große Ganze zu formen und somit aus “Compass” ein Album zu machen, dass von sowohl radiotauglichen Songs über tanzbare Disco-Knaller bis hin zu herzzerreißende schnulzigen Songs alles zu bieten hat. Durch das fantastisch, intelligente Songwriting und der Unterstütung von Beck, geht der Brite einen weiteren Schritt nach vorne. Er beweist erneut, dass die Bezeichnung “Ausnahmekünstler” im Zusammenhang mit seinem Name auch mit der Veröffentlichung seines vierten Albums berechtigt ist.
Artikel geschrieben für mainstage.de.
Jamie Lidell - auf den ersten Blick eigentich ein eher unscheinbares Kerlchen! Auf der Bühne zeigt er aber dann sehr schnell, was in ihm steckt. Nein, er wird nicht direkt zur Rampensau, aber er kommt einer Rampensau schon sehr nahe. Momentan befindet er mit seinem neuen Album und der wohl bezauberndsten Band auf Europatour. Wir haben im Festsaal Kreuzberg vorbeigeschaut und neben Batik-Shirts, einem gut gelauten Jamie und einem großartigen Vorgeschmack auf “Compass” (erscheint am 14.05.) die Spontanität in Person gesehen. Als Support-Act ging das Duo Tanlines an den Start.
Pünklich um 21 Uhr ging das Licht aus und elektronische Beats flogen durch den Festsaal. Anfangs haben die jungen Mädels in der ersten Reihe mehr Gas gegeben als die beiden Jungs auf der Bühne, aber nach kurzer Zeit sind Tanlines dann angekommen - auf der Bühne, beim Publikum und bei Jamie, der sich seinen Support-Act auch anschaute. Während der Herr, der sich in der Band um die Beats kümmert ordentlich mitging, wirkte der Sänger und Gitarrist eher etwas steif. Nach nicht mal 30 Minuten war dann auch Schluss für die aus Brooklyn stammende Band, die etws müde wirkte, aber dennoch ganz angenehme Musik präsentierte.
Für die intelligente Musik war nicht der Support-Act sondern der gute Jamie zuständig. Mit goldenen Schuhen und eniem gewöhnungsbdürftigen Sakko betrat er mit seiner jungen Band die Bühne und zeigte einmal mehr, dass man seine Musik nicht in eine Schublade stecken kann.
Aber nicht nur mit “Compass”, seinem neuen Album, deckt Jamie Lidell alle Genres ab. Auch die Vorgängeralben, von denen zwei direkt um die Ecke vom Festsaal Kreuzberg entstanden sind, überzeugen durch die Vielfältigkeit. Das zeigt er auch live immer wieder. Der Brite präsentierte auf der Bühne eine fantastische Mischung aus allen Alben. Er überzeugte von Minute zu Minute mehr und an Spontanität mangelte es Jamie noch nie. Hier eine improvisierte Beatboxeinlage und da ein spontanes Solo. Sicherlich ein Highlight des Abends: der in Berlin lebende Mocky, ein guter Freund von Jamie, kam für “Another Day” auf die Bühne, um die Band am Tasteninstrument zu unterstützen. Alles in allem ein sehr schöner Abend, der von knallharten Gitarrenriffs über Breakbeats hinzu Soul bis hin zu wunderschöner Popmusik alles zu bieten hatte.
Artikel geschrieben für mainstage.de.
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